Berührungen

Wie sehr sehnen wir uns in diesen Tagen nach Begegnungen, nach körperlicher Nähe, nach Berührungen.

Die Kontaktsperre in diesem Jahr zwischen Großeltern und Enkelkindern, zwischen Freunden und Verwandten, zwischen geliebten Menschen ist schmerzlich.

Vielleicht können wir durch diese Erfahrung in diesem Jahr erahnen, wie es Gott selber geht, wenn viele seiner geliebten Menschen ihm keinen Kontakt erlauben, einen großen Bogen um ihn machen, als ob er eine ansteckende Krankheit hätte.

Wie sehr sehnt sich Gott nach unserer Nähe.

In Jesus ist Gott uns Menschen körperlich nahe gekommen.  Jesus hat Menschen oft berührt, um sie heilen.  Sogar Aussätzige mit ansteckenden Krankheiten hat er berührt.

Aber Gott drängte sich nicht auf. Jesus ist in die Häuser gekommen, wo er eingeladen wurde.

Sein Annäherungsversuch an die Menschen endete am Kreuz. Sie schafften ihn raus vor die Stadt, um ihn loszuwerden.

Am heutigen Gründonnerstag denken wir an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern vor seinem Tod gefeiert hat.  Mein Leib: für dich gegeben: Näher konnte Gott uns Menschen nicht kommen.

Wenn wir Abendmahl feiern, dann verspricht Jesus diese spürbare Nähe in Brot und Wein bis heute.

In diesem Jahr vermissen wir diese Möglichkeit.

Ich wünsche Ihnen, dass Jesus Sie umso mehr auf andere Weise berührt, durch sein Wort, durch seine unsichtbare Nähe, mit der uns umgibt.

Es ist bis heute sein größter Herzenswunsch, Menschen zu berühren.

 

Mich hat der gesungene Segenszuspruch Gottes gestern bei der deutschlandweiten Gebetszeit berührt, den Sie im Internet jederzeit in einem Musikvideo abrufen können:

 https://www.youtube.com/watch?v=410bOWzW0O8

 

Ihr Pfarrer Roland Kelber